Monatsarchiv für Mai 2008

Sylvia Plath

Freitag, den 30. Mai 2008

Habe gerade Sylvias “Glasglocke” verschenkt. Dabei fiel mir ein, dass sie wirklich schöne Gedichte geschrieben hat.

Metaphern
Ich bin ein neunsilbiges Rätsel,
ein Elefant, ein massiges Haus,
eine Melone, die auf zwei Ranken spaziert.
O rote Frucht, Elfenbein, feines Bauholz!
Dieser Laib ist dick in seinem hefigen Gehen.
Frisch gedruckte Scheine in diesem fetten Geldbeutel.
Ich bin ein Mittel, eine Bühne, eine Kuh im Kalb.
Ich habe eine Tüte grüner Äpfel gegessen,
bin in den Zug gestiegen, von dem es keinen Ausstieg gibt.

Sommerzeit

Dienstag, den 13. Mai 2008

Was Normales

Samstag, den 10. Mai 2008

Im Supermarkt stehen zwei bodygebuildete Typen neben mir. Sie haben in ihrem Korb irgendwelche neongrünen und neonorangenen und neongelben Getränke und dann sagt der eine: Nehmen wir hier noch was Normales mit? Der Andere: Ja, was Normales noch. Dann greifen sie nach Coca-Cola light Plus Green Tea.

Ich habe Zeit

Freitag, den 9. Mai 2008

Also, ich komm nicht darüber hinweg, dass der Postmann gestern zu mir sagte: Sie haben ja Zeit, und erstmal meiner Nachbarin das Paket überreichte (die um 13 Uhr übrigens ganz verschlafen aussah).

Aus Henning Ahrens’ “Tiertage”

Freitag, den 9. Mai 2008

Mann, sieht der wild und grimmig aus, hauchte Lady Why.
Nur keine Angst, flüsterte Mr Allyours. Ich bin ja da, um Sie zu beschützen.
Beide drückten sich mit angelegten Löffeln auf den Boden. Der Menschenmann ging an Ihnen vorüber, ohne Teich und Schilf eines Blickes zu würdigen, er hielt den Kopf gesenkt und schien auf seine Füße zu starren. Die Sonne stand hoch, Mittag war bestimmt schon vorüber, doch Mr Allyours rührte sich nicht vom Fleck. Es war so schön, dicht neben Lady Why zu liegen.

An der Ampel

Freitag, den 9. Mai 2008

Eine Mutter übt mit ihrem etwa zehnjährigen Sohn (im Bayern Trikot) die europäischen Hauptstädte.
Bulgarien?
Sofia!
Türkei?
Ankara!
England?
London!
Spanien?
Real!

walk a mile

Mittwoch, den 7. Mai 2008

Zwei

Mittwoch, den 7. Mai 2008

Gestern auf einem Empfang von Frank-Walter Steinmeier habe ich das erste Mal so einen Sicherheitstypen in seinen Ärmel sprechen hören. Er sagte: Zwei. Also zwei, dachte ich, zwei werden sich gleich auf Frank-Walter stürzen, noch bevor er sein letztes Häppchen aufgegessen hat. Kurz darauf wurden zwei Häppchen gereicht.
Das Autorenfußballspiel, das dem Empfang vorausging, hat Deutschland 4:2 gegen Israel gewonnen. Theo Zwanziger antwortete auf die Frage, wie sich die Mannschaften geschlagen haben: Ich würde sagen, die könnten schon in der Bundesliga mithalten, also Bundesliga der Frauen.