Enttäuscht von der Fremden in dir
Freitag, den 28. September 2007Ich habe in einer Filmkritik zu Die Fremde in dir gelesen, dass es in diesem Film nicht um Gewalt, sondern um Schuld, Sühne und Identität ginge. Weiter hieß es: Ein intelligentes Drama mit einer ganz fabelhaft butchen Hauptdarstellerin.
Ja, na gut, dann geht’s eben nicht um Gewalt, auch wenn Jodies Freund zu Beginn zu Tode geprügelt wird und Jodie daraufhin diverse Leute mit einer Knarre abknallt, dann geht’s also darum, dass Jodie Schuld ist, dass die bösen Buben büßen müssen oder die selber Schuld sind, dass sie büßen oder Jodie büßen muss, dass die anderen Schuld sind an ihrem Trauma ect pp. Ich bilde mir ein, ich hab’s schon irgendwie verstanden, konstruiert genug war das ja alles. Und immerhin nicht weniger als fünfmal wird klar, dass Jodie plötzlich gemeine oder gefährliche Menschen abzuschießen vermag und noch viel klarer wird, sollte man auch dem Titel vorher nicht ausreichend Beachtung geschenkt haben, dass es in diesem Film um Identität geht. Jodie persönlich sagt’s einem nämlich etliche Male: In mir ist eine Fremde …
Fabelhaft butche Hauptdarstellerin? Aber ja!
Ich finde jedenfalls, wenn da nur eine Fremde in ihr schlummert, hat sie’s noch ganz gut getroffen. In den meisten Menschen sind sicher ganz viele Fremde, ein Haufen Leute, mit denen man sich irgendwie arrangieren muss.
