Monatsarchiv für Juli 2007

Moni, mach Marmelade

Sonntag, den 29. Juli 2007

Und morgen muss Moni Marmelade machen,

denn der Garten wirft was ab.

 

Und es hält sich nichts ungekocht und

ungesüßt, und wenn erst der Winter wieder weiß

und kalt, dann hat man rot und heiß

wenigstens den Mund von Monis

Kirschentraum

mit echter Vanille

und dazu eine Kugel

Eis.

 

Moni, mach Marmelade!

Gleich morgen, solang

der Garten was hergibt,

solang du dich erinnerst,

wie das geht mit deinen Früchten.

 

Denn dich im Winter will ich

ohne Kirschentraum

nicht haben,

lieber nicht.

© Ariane Grundies

Elbvertiefung und Rum-Cola in Otterndorf

Sonntag, den 29. Juli 2007

Ich fand mich gestern auf dem sagenumwobenen Otterndorfer Altstadtfest wieder. Hier sagte ich meiner ehemaligen Nachtwärterin aus dem letzten Jahr Guten Tag und hatte plötzlich die Hände voll mit www.wir-brauchen-keine-elbvertiefung.de Kärtchen. Der Herr, der die Kärtchen verteilte, verkaufte eigentlich Rum-Cola für einen Euro, aber Rum-Cola schien ihm genauso egal wie mir, in Anbetracht der Tatsache, dass ihm womöglich schon bald sein Haus um die Ohren gespült wird, wenn da in der Elbe weiter gebaggert wird. Und dann hörte ich mir, ohne Rum-Cola, sehr geduldig die Argumente der Hamburger Politiker und die Gegenargumente an. Und jetzt möchte ich Ole sagen, dass er Mist baut.

Harry Potter, der Langweiler

Montag, den 23. Juli 2007

Ich: Kuckst du Harry Potter?

Kind: Wieso?

Ich: Weil der gerade im Kino läuft.

Kind: Der ist doch total langweilig.

Ich: Wieso?

Kind: Ja, weil der ein ausgedachter Junge ist.

Ich: Es sind doch so gut wie alle ausgedacht im Kino.

Kind: Ja, aber nicht in Echt. In Echt gibt es Echte.

Ich: Oh.

Kind: Kennst du nicht Mary Read?

Ich: Ähm…

Kind: Die war eine Piratenbraut. Die war cool.

Ich: Ich dachte, Frauen durften damals nicht auf Schiffe.

Kind: rollt mit den Augen und erzählt mir Mary Reads Geschichte

Ich: Ja, klingt spannend.

Kind: Kennst du Belle Starr?

Geschichte folgte

Halbzeit, ungefähr

Sonntag, den 15. Juli 2007

Diesmal: Ein mutiger Japaner

Sonntag, den 8. Juli 2007

Ich hatte eigentlich schon länger keinen Kontakt mehr zu Tomohito, dem japanischen Prinzen. Ich war sauer, weil er mit Ach und Krach der kleinen Aiko das Kaiserinsein verwehren wollte, und dabei sogar soweit ging, die Konkubinen wieder ins Auge zu fassen. Bei dieser Diskussion stieg ich aus und er hatte natürlich irgendwie auch Recht, dass ich mich besser nicht einmischte, weil ich keinen so 100prozentigen Durchblick habe, was japanisches Kaiserhaus und Traditionen und so betrifft. Jedenfalls bin ich nicht mehr sauer, weil ich es wirklich sehr mutig von ihm finde, dass er jetzt öffentlich über seinen Alkoholismus redet. Und er gibt ja auch zu, dass er in der Zeit der heißen Diskussion um eine weibliche Thronfolgerin besonders viel und oft ins Glas geguckt hat.

Eine mutige Frau

Mittwoch, den 4. Juli 2007

Ein BILD-Artikel

Hm, eine Heilpraktikerin, die nur mit den Händen heilt, deren Liebe deutlich schlanker macht und zu einer feschen Kurzhaarfrisur führt, die sich stolz zeigen lässt, mit der man ein bisschen essen kann und viel lachen – eine Traumfrau - bis hier her. Aber Achtung, die dunkle Seite der M. Fuhrmann ließ die Bild geschickt unter den Tisch fallen, denn wer sonst, als diese Zauberin höchstpersönlich, setzte der Ministerin Wolff kürzlich den Floh ins Ohr, dass im Biologieunterricht auch die biblische Schöpfung zu behandeln sein müsste? Wer verleitete Frau Ministerin Karin Wolff dazu, eine neue Gemeinsamkeit von Religion und Natur zu preisen? Hier hat der Kölner Stadtanzeiger die wesentlicheren Fakten über Frau Fuhrmann und Frau Wolff geliefert. Naja, vielleicht kam die Wolff auch ohne Heilpraktikerin drauf. Schließlich ist sie, um es mit der BILD zu sagen: Eine mutige Frau!

Barbra, Ingeborg, Lutz, Gertrude und ich

Montag, den 2. Juli 2007

Nach ihrem glorreichen Auftritt in Berlin habe ich Barbra getroffen und ihr erzählt, dass Lutz Seiler, so wie es aussieht, ganz gute Chancen auf den Bachmannpreis hat. Sie meinte, sie liebte einst sein Gedicht Good Evening Kap:

hier draußen lieben sie ihre

kleinen zersessenen hunde. Es ist hier auch

nicht so weit

vom sofa bis zum zaun

wie in america. Und abends

wenn das licht ausgeht

oben, in den bäumen

lehnt ein kleiner zersessener schatten am tor

und sagt:

hier draußen werde ich geliebt, verstehen sie, geliebt

und ich fühlte mich verpflichtet auch ein Gedicht ihres Landsmannes auswendig aufzusagen. Das Einzige, was mir unter den gegebenen Umständen ad hoc einfiel:

Old dogs.

Old dogs are we.

Old dogs

Old dogs merrily

We see.

Hurrah.

Sunday.

Gertrude Stein, sagte Barbra und verzog das Gesicht.