Archiv der Kategorie ‘Dialoge‘

Telefonat, gestern

Freitag, den 10. August 2007

Guten Tag. *** mein Name. Ich wollte Ihnen mal etwas vorstellen.

Hallo, eigentlich aber …

Sie können sich ein paar Euros dazu verdienen, indem Sie …

Entschuldigung, ich will keine Euro dazu …

Sie wissen doch noch gar nicht, was ich Ihnen sagen will.

Ist mir egal, ich will nicht …

Sagen Sie, Sie können sich’s wohl auch leisten, dass sie keine …

Ich will jedenfalls DAMIT keine Euro dazu verdienen.

Sie wissen doch noch gar nicht, was ich Ihnen vorstellen will.

Aber ich weiß jetzt schon, dass es mir egal ist.

Das ist lächerlich! Ich verdiene doch auch …

Gut, wiederhören.

Pff. Legt auf.

Harry Potter, der Langweiler

Montag, den 23. Juli 2007

Ich: Kuckst du Harry Potter?

Kind: Wieso?

Ich: Weil der gerade im Kino läuft.

Kind: Der ist doch total langweilig.

Ich: Wieso?

Kind: Ja, weil der ein ausgedachter Junge ist.

Ich: Es sind doch so gut wie alle ausgedacht im Kino.

Kind: Ja, aber nicht in Echt. In Echt gibt es Echte.

Ich: Oh.

Kind: Kennst du nicht Mary Read?

Ich: Ähm…

Kind: Die war eine Piratenbraut. Die war cool.

Ich: Ich dachte, Frauen durften damals nicht auf Schiffe.

Kind: rollt mit den Augen und erzählt mir Mary Reads Geschichte

Ich: Ja, klingt spannend.

Kind: Kennst du Belle Starr?

Geschichte folgte

Prinzipiell/20cent

Montag, den 18. Juni 2007

Jeder darf hin und wieder seine eigenen Prinzipien über’n Haufen werfen - Sarkozy kann sich durchaus mal einen Wodka gönnen und diese Walkuh oder Hai-Dame sich ohne Mann ein Kind machen. Es ist wichtig, dass man überhaupt Prinzipien hat, wollte mir heute die Dame im Zeitungsladen weismachen, als ich die Tageszeitung 20cent kaufen wollte (zu Recherchezwecken - versteht sich).

- Kann ich hier 20cent bekommen? Die Zeitung?

- Die gibt’s hier nich.

- Bekomm ich die woanders in Berlin?

- Hier prinzipiell nich.

- Woanders in Berlin?

- Ick finde, dit hat nichts mit fairem Wettbewerb zu tun, wenn eene Zeitung nur 20 Cent kostet? Ick finde dit unfair. Is meine Meinung. Ick würde die schon aus Prinzip nich koofen. Verkoofen müsst ick die ja. Da könnt ick mich nich wehren, aber …

- Nagut … Ich wollte nur …

- Im Prinzip is dit ja keene schlechte Idee mit den 20 Cent, aber irgendwie och fies, ick kann mir nich helfen. Ick find dit komisch. Sie etwa nich?

Im Edeka

Donnerstag, den 31. Mai 2007

Mann: Gibt’s auch normale Milch?

Verkäufer: Normale?

Mann: Na, nicht Bio.

Verkäufer. Auf der andern Seite. Da links außen.

Mann: Entschuldigung, ich sehe sie nicht.

Verkäufer: Da, neben der ganzen Joghurtinvasion.

Mann: Ah. Naja, Frau Beck ist Berlin ja auch eine Spur zu hoch.

Antwort to you

Mittwoch, den 23. Mai 2007

Mir fiel heute ein Zettel aus einem Buch. Es war folgendes Gedicht von Walt Whitman, das ich einst per Hand abgeschrieben hatte.

 

To You

Stranger if you, passing, meet me, and desire to speak to me, why should you not speak to me? And why should I not speak to you?

 

Offensichtlich hatte mich das Gedicht mit seinen eindringlichen Fragen damals beschäftigt. Heute habe ich im Garten endlich die Antwort darauf erhalten, also warum Stranger nicht unbedingt zu einem sprechen sollten:

 

Ich zu meiner Freundin:
Ich werde jetzt sprengen
.
Nachbar von Gegenüber
:
Sprengen tun nur Terroristen. Wir wässern!

Gestern im Jüdischen Museum

Freitag, den 18. Mai 2007

Frau: Achso, die durften nicht in handwerklichen Berufen tätig sein.

Mann: Wollten sie bestimmt auch gar nicht. Da hat man ja nicht genug verdient.

Kind: Wer durfte nicht Handwerker sein?

Frau: Juden.

Kind: Was sind Juden?

Mann: Bestimmte Menschen.

Kind: Was denn für welche?

Mann: Na, die hier im Museum.

Frau: Nicht die hier so lang gehen wie wir. Wir sind ganz normal. Juden haben einen bestimmten Glauben und bestimmte Traditionen.

Kind: Und was haben wir?

Mutter: Wir glauben nichts.